+ 2004 / 05
Alexandra Heide
geboren am 19.09.1984 in Berlin.
hauptsächlich aufgewachsen in Köln,
Abitur 2003 in Augsburg,
2003-2004: Praktikum & Assistenz bei Modefotograf Jochen Arndt in Berlin,
seit WS 04 Studium an der HBK (Grundlehre bei Prof. Bourgeois, derzeit bei Prof. Eisfeldt und Prof. Armleder).
Meine derzeitigen Arbeiten beschäftigen sich stark mit Seins-Zuständen, die sich als Prozess innerer Beweggründe physisch äußern. Dabei spielen Formen der Bewegung eine zentrale Rolle.
Darauf aufbauend interessiert mich der kommunikative Aspekt dieser Aktionen. Der Raum ist ein wichtiges Element. Die Figuren meiner Bilder befinden sich oft in Phasen extremer Bewegung, sodass dadurch auch eine Statik auftritt. Bewegung schafft Raum.


Ich betrete tanzend eine Straßensituation, und versuche allein über die Körpersprache mit meinen Mitmenschen Kontakt aufzunehmen. Dabei tanze ich die Leute bewusst an, scheine jedoch verbal für sie unzugänglich zu sein, da ich kleine Kopfhörer in den Ohren habe.
Mein Gegenüber wird also in eine non-verbale Kommunikation gedrängt, und muss sich kurzerhand entscheiden, ob er/sie sich auf den Dialog einlässt oder nicht.
Er/Sie hat nur die Möglichkeit auf meine vorgegebenen Bewegungen zu reagieren.
Allein durch diese Bewegungen, die aus dem räumlichen Kontext der Disco (bzw. des Feierns) stammen, signalisiere ich meinem Gegenüber Interesse, oder mache ihn zum Objekt meiner Begierde bzw. zwinge ihm diese Struktur auf.
So unerwartet wie ich auftauchte, bin ich danach auch wieder von „der Bühne“ verschwunden.





"stille Schaukel", (Installation)
Helmstedt,2005

Es ist ein wichtiger und eigentlich auch natürlicher Impuls seine Wahrnehmung auf die Dinge gelegentlich zu isolieren, um sich als Teil seiner Umgebung zu betrachten.
Die Schaukel auf dem Marktplatz Helmstedt gibt einen Anstoß diese Art der Wahrnehmung durch individuell rhythmisches Verhalten zu erfahren.
Dynamische Strukturen begeleiteten auch die gesamte Planung und Realisation dieser Arbeit.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten eine räumlich gegebene Vorrichtung zur Anbringung zu finden, entwickelte sich mit einer Helmstedter Schlosserei eine Stahlkonstruktion für die Marktplatz Laternen. Dort hätte die „stille Schaukel“ ihren Nutzen gefunden. Über das Konzept des „tauben“ Schaukelns hinaus erfuhr ich, dass Bewegung eine starke Präsenz in meiner Arbeit erhielt und letztendlich rechtliche Rhythmen die konzipierte Realisation in eine andere Richtung schaukelten. Nicht befestigt gewinnt die „stille Schaukel“ eine neue Bedeutung.
aus der Serie "cup",
"amelie","crosiean","serena" (29x34cm, Print auf Leinwand), 2004

