+ 2004 / 05
Karin Then
Karin Then, geb. am 23.03.1980 in Wiesbaden
Kontakt: Sophienstrasse 35, 38118 Braunschweig
Telefon: 0531-1229952
E-mail: KarinThen@googlemail.com
Seit 2004 Studium der Freien Kunst in den Bereichen Video und Fotografie bei Vera Bourgeois, Candice Breitz, Dörte Eißfeldt, Birgit Hein und Ruth Hutter an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.
Ausstellungen
2007
# f 21c 0
eon Avacon Lüneburg
2006
RE/ACT Festival Mannheim
wenn man weiss dass man wegfährt
international MediaArtForum FORO ARTISTICO in der Eisfabrik Hannover
2005
show
Galerie der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
family affairs
Forum im Dominikanerkloster Frankfurt/Main
entgegen
Turmgalerie Helmstedt
subjektiv beschwerdefrei
2006 Fotografie, Video, Text (Auswahl)
In der Fotoarbeit „subjektiv beschwerdefrei“ ist meine Biografie der Schlüssel zur Produktion von Bildern, die den weiblichen Körper als Träger gesellschaftlicher Konventionen thematisieren. Hierbei ist eine Rückradverkrümmung und das somit notwendige Tragen eines Korsetts während der Pubertät Ausgangspunkt der Auseinandersetzung mit körperlicher Prägung von Identität. Die Arbeit entwickelt aus einer körperlichen Behinderung einen Impuls zum eigenverantwortlichen Umgang mit gesellschaftlichen Normvorstellungen.
subjektiv beschwerdefrei 1
110cm mal 120cm, Hahnemühle-Fotoragpapier

subjektiv beschwerdefrei 2 und 3
Videostills, C-Print, 10 mal 10 cm


Meerjungfrau (1)
2007, Fotografie
Lampda-Print hinter Plexiglas, auf Aludibond, 125 mal 65 cm
Eine Nixe im Alufoliensilberkleid, die mit einem Palmenblatt als Schwanzspitze bestückt ist, liegt lasziv an einem, von Touristen oft besuchten Strand in Brasilien.
„Karin Then spielt mit den Rollen, die Menschen ihr als Frau zuschreiben. Mit Ironie führt sie uns vor, wie irrwitzig solche Zuschreibungen oft sind, absurdes Theater.
Doch stimmen die Fotografien auch nachdenklich. Warum bemüht sie sich, dem zu entsprechen, was andere in ihr sehen? Vielleicht ist es das Bedürfnis nach Anerkennung, das zugleich verwundbar macht gegenüber den Zwängen der Gesellschaft.“ (Melanie Martin, in: Katalog zur Austellung f # 21 c 0, eon Avacon Lüneburg)

nichts wissen
2006 Text, Fotografie
Text, A3, gerahmt

C-Print, Fotografie, auf Spanplatte 15mm

Ausstellungsansichten Rundgang SS 06 (Dokufotos Sylvia Franzmann)

so wie, als ob
2007 Fotografien, gerahmt
2x C-Print, 45 mal 43 cm


Ausstellungsansicht HBK Braunschweig

Videostills "munire"
Videoskizze (Dauer 2.30min), 2005, Helmstedt
Während eines einwöchigen Workshops der Grundklasse von Prof. Vera Bourgeois zum Thema Kunst im öffentlichen Raum ging ich mehrmals filmend die alte Stadtmauer Helmstedts entlang, Ausgangspunkt des Videos „munire“ waren die Texte „Häuser bauen“ und „Vom Zelten“ von Vilém Flusser. Bei der Beschäftigung mit den Themen Heimat und Heimatlosigkeit stellte ich mir Fragen zur Bedeutung von Mauern und Häuserwänden. Die ehemalige Stadtmauer Helmstedts und jetzige Baumallee wird von Spaziergängern genutzt. In meinen Gedanken und durch die Videocollage skizziere ich mögliche Freiheitseinschränkungen durch Mauern.
Text im Video:
Sind Erfahrungen Geräusche, die erst im Gewöhnlichen an Bedeutung gewinnen?
Ich stelle mir Fragen zu Mauern.
Als meine Mutter aus dem Banat in Rumänien nach Deutschland kam, war
es schwer für sie sich daran zu gewöhnen, die Tür hinter sich zu verschließen.
Ich laufe die ehemalige Stadtmauer entlang und frage mich wie lange ich brauche.
Villém Flusser sagt: Mauern sind Verteidigungsanlagen gegen außen nicht gegen oben.
Ich frage mich, ob Häuser auch Verteidigungsanlagen sind.
Installationsansicht


"FREMDE HEIMAT"
Video (Dauer 13:30min, 2005)
In meinen Arbeiten bildet die Beschäftigung mit familiärer Biographie
ein Schwerpunktthema. Das Video FREMDE HEIMAT (2005) beispielsweise thematisiert
die Frage der kulturellen Identität und der Vererbbarkeit von Heimat
und Ethnizität.
Die Video-Collage aus alten Super 8 Bildern, geschnitten mit rumänien-deutschen
Traditionsabenden beschreibe den Heimat-Verlust unsentimental und doch bewegend.
(Martin Jasper, Braunschweiger Zeitung)
In den deutschen Dörfern des Banats (Rumänien) vermischte sich
die deutsche Gesellschaft kaum mit der rumänischen. Die Abgrenzung
zur und die Ausgrenzung seitens der rumänischen Bevölkerung war
groß. Beispiel hierfür ist die Generation meiner Großeltern,
die kein rumänisch spricht. So sollte auch nur unter deutschen geheiratet
werden. Bei der Öffnung des Ostblocks sind fast alle Banater Schwaben
zurück nach Deutschland gekehrt.
1982, Regensburg, erstes Hopsenitzer Heimattreffen der Banater Schwaben
aus Rumänien;
Auszug aus der Rede vom Vettern Matz von Hopsenitz:
"Ich bin in meine Heimat gekommen, die unser aller Heimat ist, in die Heimat unserer Vorfahren, die jetzt wieder unsere Heimat wird. Ich bin ohne Groll weggegangen und ich zürne nicht, und ich danke nur, dass ich hier sein kann und hoffe, dass alle meine Lieben, die ich noch habe auch noch hier erscheinen werden. Wir haben hier eine neue Heimat gefunden. Für uns ältere ist es schwierig, der eine hat Probleme mit der Einlebung, der andere hat noch keine Arbeit...
Und wenn wir ältere es schwer haben uns hier einzugewähnen, weil die vertraute Umgebung fehlt, so soll uns das eine trösten, unsere Kinder und unsere Kindeskinder, die werden hier schon voll zu Hause sein, und werden es uns päter danken, dass wir den Mut hatten und den Entschluß fassen konnten hier her zu kommen. Denn ich glaube, jeder ist mit mir einig, dass wir im Interesse unserer Kinder vor allem hier sind."




