Bei ein paar Ausstellungen mitgemacht.
Aktuell Sommer 2007:
Faulheit/Restseg (im Kunstverein Wolfsburg), danach in Budapest
Beyond the line (in Braunschweig), danach in Polen
„Jetzt liest er was ich schreibe“
Aktion in der Fußgängerzone zu verschiedenen Tageszeiten.
Eine Schreibmaschine auf meinen Knien sitze ich an diesem Ort. Ich schreibe. So mache ich ein Geräusch. Wie berühre ich, was berührt mich?
natürlich kann ich mich neben ihn auf die bank setzen. ich lehne mich mit der linken schulter an die mauer, sie ist altrosa, weder kalt noch warm. er kratzt sich ab und zu am ohr wie ich. viele leute grüsst er, ein gemurmeltes hallo, tief.jetzt liest er was ich schreibe.hast du einen schönen parkplatz gefunden? ihr eines bein scheint kürzer, ihr t-shirt wie die mauer, nur verblümt. wann kommt ihr wieder auf ein abenteuer? fragt jemand, nicht mich. ich frage mich nach dem abenteuer. arbennteuier. das wort habe ich lange nicht geschrieben und ich komme mir blass vor. ich frage mich was er sich fragt. er grüsst nur männer.weil ich geweint habe. weiche sohlen machen kein geräusch,tüten aus plastik zischeln, stöcke tragen schwer bei jedem 2. schritt.er grüsst die erste braungebrannte frau, sie lächelt. tschüss, ne. als ich aufblicke.ich bekomme auch lust auf ein eis. der junge im kinderwagen streckt den arm. viele alte paare gehen hand in hand und nicht am rand bei den geschäften. die konkurenz ist gross in einer kleinen stadt. die wangen sind gerötet, die waden stramm trainiert,wenn man sich zeigt. ne, aber ich könnte nen guten witz machen, wenn ich wollte.
ich werde gesucht. ich schreibe laut. keiner hört mich. vielleicht bin ich lustig. neben mir wird gelacht. wenigstens hält die werbung noch was sie verspricht. jetzt muss ich wieder so tun als werde ich nicht fotografiert. die reduzierten socken werden neu sortiert. sie müssen weg hier. ich kann es nicht hören. ich werde fotografiert heisst ich werde gesehen. viele gesichter erkenne ich schon wieder. ich komme auch aus einer kleinen stadt. zwischendurch suche ich den unterschied. zwischendurch bin ich hier.
16.6.2005
fussgängerzone
was ist anders, der himmel ist helldunkel. er zieht ihnen die beine unter den füssen weg, die erste kreischt, die zweite, sie toben, sie sehen glücklich aus. ein kleiner junge in beckham-trickot erkennt mich wieder. ey, die sitzt jeden tag hier und schreibt. er hat keine probleme damit mich anzustarren. jetzt verschliessen die geschäfte ihre türen. jetzt rennen die allerletzten davon. falls es anfängt zu regnen sitze ich geschützt. rechts lese ich ein schild: treppen und kopfhöhen beachten. achtung! dadrunter eine zeichnung, die die drastischen verletzungen beschreibt. aber das tor ist verriegelt. die treppe kann nicht betreten werden. ich bin froh, heute keine blutigen kopfverletzungen mehr. wenn ich eine piratenbraut wäre, würde ich jeden tag ein kopftuch tragen, aus groben, festen stoff. natürlich nicht wegen der gefahr. durch den torbogen werden die geräusche verstärkt. ich merke das ich auffalle, abends ist das schreiben lauter. sobald ich zurück- gucke,bin ich wieder nicht mehr da. jetzt kommen ein paar mal mann und frau, hand in hand. ein geländewagen macht aus der stadt ein gebirge, strassen wie nichts. tschuldigung. ich verstehe nicht wofür er sich bei ihr entschuldigt. fühle ich mich unwohl, wenn über mich gelacht wird? komm paulchen mir werden mehrere wörter im vorbeigehen zugerufen: scanner, laptop, drucker
?
es wird mir bestätigt, ich lebe gefährlich. ich darf es selbst testen, der fussball ist steinhart. eine frau aus dem ersten stock fühlt sich gestört. die öffenet ihr fenster und guckt erst die beinen jungen, den ball, und dann mich verärgert an. wer weiss, warum sie nichts sagt? jetzt fängt es an zu regnen. ich sitze leider nicht mehr auf der überdachten bank von vorhin.ich denke an san. was willst du denn? also, wenn ich dürfte die mädels sprechen mich an und wollen wissen was ich mache. sie beginnen die höchsten töne von sich zu geben als ich ihnen sage, dass ich gerade über sie schreibe. ich kreische ein bisschen mit ihnen, aber leiser. mir wird kalt. die buchstaben der tastatur werden durch den regen glatt. ich schreibe noch langsamer als ich eh schon schreibe. es ist schon lange sommer. ich heisse mango, ich schreibe auch philosophische texte. wir unterhalten uns. sie setzt sich zu mir. ich mag sie.
17.6.2005
die nächste bank...
"Texte.Fetzen"
Schreibmaschienentext auf gefundenen Abfall
Helmstedt, 2005
Leichte Kost (Video)
Ein Film für Helmstedter. Erkennen Sie ihre Stadt? Wir kennen Sie kaum. Unschärfe verallgemeinert und schärft den Blick.
Videostills aus "Leichte Kost"

